Contributed by Regina Gschladt
Seit September 2011 lerne ich Chinesisch. Lustigerweise machen die meisten Leute große Augen und fragen erstaunt "Warum denn Chinesisch?"
Abgesehen davon, dass ich das schon länger machen wollte und es mir letztendlich als Vorsatz für das Jahr 2011 gesetzt hatte - es macht einfach Spaß!
Interessant ist, dass man beim lernen einer neuen Sprache immer auch die eigene Muttersprache neu entdeckt. Wörter, die man als selbstverständlich hält, kommen einem plötzlich komisch vor.
Nehmen wir einmal das Wort "Maus". Woher kommt dieses Wort? Warum heißt es "Maus" und nicht etwa "Kleinhund" oder ähnliches?
Da muss man dann schon das Ethymologische Wörterbuch aufschlagen:
Maus , f. mus.
1) der name des thieres ist bekanntlich über die indogermanischen sprachen verbreitet: sanskr. als masc. mûsh und mûsha, als fem. mûshâ und mûshî (von mush stehlen), griech. μῦς, μυός (für μυσος), lat. mûs, mûris, altslav. myši, ahd. mhd. alts. ags. altnord. mûs (im goth. nicht bezeugt). das wort folgt der declination der i-stämme, und wie im ags. der gen. dat. sg., nom. acc. plur. mŷs, so lauten dieselben casus ahd. mûsî, später mûse: similitudine ursi et muris, in gelîchenisse perin unde mûse. ps. 103 (Hattemer 2, 372b); mhd. ist davon der plur. miuse, nhd. mäuse übrig, aber die singularcasus sind dem nom. acc. mûs, maus gleich geworden, so weit nicht in der formel der blinden miuse spiln, der blinden mäus spielen hier wirklich noch der alte umgelautete gen. sing. erscheint, da hier an einen plural nicht zu denken ist (vergl. unten nr. 3, g und unter blind th. 2, 122): spielt sie (die sonne) der blinden mäusz unter den wolken. groszm. 22; nu wol wir der blinden meus spieln.
Gerade bei einer Sprache wie Chinesisch, die sich über tausende Jahre hin verändert und entwickelt hat, entdeckt man eine Vielzahl interessanter Wortstämme, Wortbildungen und -zusammensetzungen, die einen erstaunen oder einfach erfreuen.
Eine äußerst spannende Sprache also - wobei ich damit nicht ausdrücken will, dass andere Sprachen nicht auch spannend sind.
Es lohnt sich, immer wieder etwas neues zu entdecken, und eine fremde Sprache ist ein Forschungsgebiet, das man für den Rest seines Lebens ergründen kann. Ähnlich wie Shakespeare - aber das ist eine andere Geschichte ;)
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